Alexander Hirschhäuser nur eine Woche nach seinem DM-Sieg in München schon wieder im Einsatz. Der Langstreckler vom ASC Breidenbach war bei der Halbmarathon DM in Hamburg schnellster Hesse und sichert seinem Team die Bronzemedaille
  18.10.2021 •     Leistungssport , Wettkampfsport


Sandra Morchner (Laufteam Kassel) holt sich auf der Halbmarathon-Distanz den nächsten deutschen Rekord in der Altersklasse W50

Mit einer Sekunden-Entscheidung an der Spitze endeten die deutschen Halbmarathon-Meisterschaften, die in den „7. PSD Bank Halbmarathon“ in Hamburg eingebunden waren. Rund 1400 Starter gingen bei frischem Herbstwetter auf dem nahezu flachen Rundkurs in der Hansestadt an den Start. Mit einem harten Antritt auf der Zielgeraden löste sich Simon Boch (LG Telis Finanz Regensburg) aus einer Dreier-Gruppe und holte sich in 1:02:24 Stunden den Titel. Sebastian Hendel (LG Braunschweig/1:02:25 std.) konnte nicht mehr kontern, zeigte aber eine tolle Premiere auf der Halbmarathon-Distanz. Das Podium komplettierte Samuel Fitwi Sibhatu (LG Vulkaneifel/1:02:29 std.). Das Top-Trio blieb unter dem alten Meisterschafts-Rekord, den Carsten Eich (LAC Quelle Fürth) mit 1:02:47 Stunden im Jahr 2000 markiert hatte.

Eine Leistung der Extra-Klasse zeigte im „hohen Norden“ Alexander Hirschhäuser (ASC Breidenbach). Nur eine Woche nach seinem Gewinn des DM-Titels beim Marathon in München, schnürte der 29-Jährige Langstreckler erneut die Wettkampfschuhe. Trotz der Marathon-Belastung in den Beinen war Hirschhäuser der schnellste Hesse bei der DM, lief nach 1:06:09 Stunden auf Position 14 über die Ziellinie und sicherte mit seinem Start dem ASC Breidenbach die Mannschaftswertung. Das Trio in der Besetzung Hirschhäuser, Schreiner und Rau konnte hinter der übermächtigen LG Telis Finanz Regensburg (3:10:36 std.) und dem TV Konstanz (3:18:31 std.) mit 3:20:37 Stunden den dritten Platz bei den Teams bejubeln.

Unter die Top-20 in der Einzelwertung liefen auch noch Kilian Schreiner (ASC Breidenbach/17.) mit 1:06:28 Stunden sowie Fabian Reuter auf Platz 18 (Laufteam Kassel/1:06:30 std.). Als Fünfter der Altersklasse U23 hatte Marius Abele (SSC Hanau-Rodenbach) die 21,1 Kilometer nach 1:07:50 Stunden hinter sich gebracht. Zusammen mit Evan Habtemichael (10. U23 in 1:11:46 std.) sowie Dominik Müller (11. U23 mit 1:11:56 std.) musste die SSC-Truppe in der Teamwertung der U23 lediglich den Jungs der TSG Heilbronn (3:29:11 std.) den Vortritt lassen und holte sich mit 3:31:32 Stunden die deutsche Vizemeisterschaft.

Deutlich unter der Marke von 1:10 Stunde blieben in der Endabrechnung Lorenz Rau (ASC Breidenbach) mit 1:08:00 Stunden und Leonardo Ortolano (LT Kassel) mit 1:08:24 Stunden. Jens Bäss (TV Waldstraße Wiesbaden) durfte bei den M45ern nach 1:13:13 Stunden ganz oben auf Siegertreppchen klettern. Hans Dietmar Jäger (Spiridon Frankfurt) trat nach 1:22:42 Stunden als Achter der M55 die Heimreise nach Hessen an.

Auch bei den Frauen ging der Gesamtsieg an die LG Telis Finanz Regensburg. Miriam Dattke ging gleich nach dem Start an die Spitze, hielt dort das Tempo konstant hoch, hängte alle Gegnerinnen problemlos ab und holte sich ihren zweiten Halbmarathon-Titel. Mit 1:09:59 Stunden wird die 23-Jährige Regensburgerin aktuell auf dem neunten Platz im europäischen Ranking geführt. Einen ganz starken Auftritt hatte dahinter Blanka Dörfel, die noch der Nachwuchsklasse U20 angehört. Die Läuferin vom SSC Berlin stellte mit 1:11:51 Stunden eine neue deutsche Bestleistung auf - offizielle deutsche Rekorde werden in dieser Altersklasse nicht geführt. Als Gesamtdritte verbesserte Hanna Gröber (LAV Tübingen) ihren Hausrekord um einige Minuten auf jetzt 1:14:26 Stunden.

Nur drei Wochen nach ihrem deutschen AK-Rekord beim Berlin-Marathon (2:39:36 std.) sorgte Sandra Morchner (Laufteam Kassel) für den nächsten „Rekord-Streich“. Als Gesamtfünfte (!) drückte die Nordhessin die alte AK-Marke von Katrin Dörre-Heinig um über fünf Minuten auf nun 1:15:13 Stunden. "Ich bin meistens alleine gelaufen. Ich hatte zwar eine kleine Gruppe, aber da habe ich den Anschluss verpasst und bin dann nicht mehr heran gekommen. Die Stimmung an der Strecke war schon ziemlich genial“, verriet Morchner nach dem Rennen dem Online-Portal leichtathletik.de.

Eine gute Minute länger als die neue Rekordhalterin war Anna Starostzik (Spiridon Frankfurt) unterwegs und lief als Neunte in 1:16:14 Stunden noch unter die Top-Ten. Lediglich vier Sekunden trennten am Ende Lena Ritzel (VfL Marburg/5. U23 in 1:19:54 std.) und Tinka Uphoff (Eintracht Frankfurt), die sich mit 1:19:58 Stunden den Altersklassensieg in der W35 schnappte. Nina Voelckel (LT Kassel) konnte nach 1:23:51 Stunden (7. U23) wieder durchschnaufen und Margret Göttnauer (LG Bad Soden-Sulzbach-Neuenhain) überquerte die Ziellinie vor dem „Quarree-Center“ nach 1:42:06 Stunden als Siegerin der W65.

Die Athletinnen des LT Kassel durften in der Mannschaft-Wertung gleich zweifach zur Siegerehrung antreten. In der Hauptklasse (Morchner, Voelckel, Szczeblewski) stand für das Trio ein achter Platz (4:23:53 std.) auf der Urkunde. In der Altersklasse W50 (Morchner, Szczeblewski, Hermann/4:59:01 std.) gab es dann noch DM-Silber.