Die hessische Leichtathletik trauert um Uwe Martin.
  05.06.2019


Für uns alle unfassbar verstarb der langjährige Mitarbeiter des HLV völlig überraschend am Freitag während der Arbeit im Alter von nur 57 Jahren. Wir sind zutiefst erschüttert und können das Geschehene noch immer nicht begreifen. Die schreckliche Nachricht traf uns vollkommen unerwartet.

Es gibt Momente, die man auch mit ein wenig Abstand nicht wahrhaben will. Zu endgültig sind sie. Noch am Mittwoch hatten wir miteinander gesprochen. Es ging nicht nur um den Sport sondern auch (wie so oft) um private Dinge - unsere ungefähr gleichaltrigen Kinder, Urlaube, die geplante gemeinsame dienstliche Reise zu den deutschen Meisterschaften nach Berlin oder Aktivitäten neben der Tartanbahn. Den Trip in die Bundeshauptstadt wollten wir nach einer schönen, aber anstrengenden Woche während der EM 2018 diesmal etwas ruhiger gestalten, einen Tag mehr einplanen. Für den Freitag hatten wir uns dann telefonisch verabredet, um die leichtathletische Aufarbeitung des Wochenende zu planen. Drei Anrufe im Laufe des Tages blieben unbeantwortet und gingen auf die Mailbox.


Um kurz nach 20 Uhr klingelte dann das Handy - „Uwe ruft an“ - so die Meldung im Display. Am anderen Ende der Leitung war Uwes langjährige Lebensgefährtin, die mir die schreckliche Todesnachricht überbrachte.

Uwe Martin war ein Vollblutjournalist mit einer begnadeten „Schreibe“. Immer überaus korrekt recherchiert, sicher in der Analyse und die Texte oft mit einer gewissen Portion Ironie versehen. War das Geschriebene aus der Sicht Anderer etwas zu schroff formuliert, verzichtete „tin“ (so sein Kürzel) auch einmal auf eine Veröffentlichung. Verbiegen lassen war wahrlich nicht seine Sache. Hinzu kam, dass Martin ein Mann vom Fach war und den Sport, besonders die Leichtathletik, nicht nur vom Fernseher oder aus der Sofa-Perspektive kannte. Der Wiesbadener wurde 1983 bei den Junioren mit 2,20 Metern deutscher Vizemeister im Hochsprung. Im Trikot des USC Mainz steigerte sich Martin in den folgenden Jahren auf 2,23 Meter. Seine persönliche Bestleitung sprang Martin 1987 mit beachtlichen 2,25 Metern. Im Juniorenbereich trug er zweimal das Nationaltrikot. Höhere internationale Weihen blieben ihm leider verwehrt, da zu jener Zeit das Top-Trio Dietmar Mögenburg, Carlo Thränhardt und Gerd Nagel die Szenerie der Höhenjäger mit Leistungen um die 2,30 Meter dominierte.


„Für mich ist Uwes Tod unfassbar. Als ehemalige Hochspringer haben wir die Leidenschaft für diese tolle Disziplin geteilt und oft darüber gefachsimpelt. Gerne habe ich mich mit ihm über frühere Zeiten und die aktuellen Entwicklungen in der Leichtathletik ausgetauscht“, so die erschütterte HLV Präsidentin Anja Wolf-Blanke. Als Menschen, Kollegen und Mitarbeiter des Verbandes vermissen wir Uwe Martin schmerzlich.