Drei DM-Titel und ein dritter Platz für hessische "Jungs" in Neubrandenburg - Werfer holen vier weitere Endkampf-Platzierungen
  18.02.2020 •     Leistungssport , Wettkampfsport


Erster Teil der Berichterstattung von den deutschen Hallen- und Winterwurf-Meisterschaften in Neubrandenburg Den Anfang macht der männliche Nachwuchs

Das war nichts für schwache Nerven. Oliver Koletzko (Wiesbadener LV) sorgte bei den deutschen Jugend-Hallen-Meisterschaften in Neubrandenburg für einen echten Weitsprungkrimi. Der Auftakt für den Favoriten aus dem Taunus war optimal. Mit starken 7,40 Metern gleich im ersten Durchgang ging der WLVler in Führung. Das sollte dann auch bis zur vierten Runde so bleiben, ehe Simon Batz (LG Landkreis Kehlheim) zum Konter ansetzte und mit 7,49 Metern Koletzko von der Spitze des Feldes verdrängte. Oliver steigerte sich zwar auf 7,45 Meter, was aber nicht für einen erneuten Führungswechsel reichte. Nachdem der letzte Sprung von Batz bei 7,08 Metern gemessen wurde, hatte Koletzko das Privileg als Führender des Vorkampfes mit seinem sechsten Sprung den Wettbewerb zu beenden. Der Kaderathlet nutzte die finale Chance, flog angefeuert vom Publikum auf hervorragende 7,53 Meter, drehte damit den Wettbewerb noch um und holte sich den Titel. Damit wurde Koletzko, er gehört noch der jüngeren B-Jugend (also U18) an, seiner Favoritenrolle gerecht. Bis dato standen für ihn 7,47 Meter auf der Habenseite, die er am zweiten Februar-Wochenende bei Gewinn des süddeutschen Titels markiert hatte.

„Den DM-Titel hat sich Oliver allemal verdient. Jetzt ist die Hallensaison abgehakt und der Blick geht in Richtung Freiluft. Hier ist unser großes Ziel die Qualifikation für die Jugend-Europameisterschaften im italienischen Rieti. Ich bin mir sicher, dass sich Oliver hierfür qualifizieren kann“, wagt sein Trainer Peter Rouhi eine Prognose für die kommenden Monate.

Im Weitsprung war auch noch Juan-Sebastian Kleta (TV Gelnhausen) im Einsatz, dem nach einem Satz auf 7,24 Meter (4.) lediglich sieben Zentimeter zu Bronze fehlten. Das begehrte Edelmetall holte sich Kleta über 60 Meter. Nach 6,97 Sekunden in der ersten Runde steigerte sich Juan-Sebastian im Zwischenlauf auf 6,89 Sekunden, um in Finale in 6,86 Sekunden auf den Bronzerang zu stürmen. Vereinskollege Lukas Boeddinghaus beendete seinen Vorauf über 200 Meter in 22,58 Sekunden und hatte auch noch einen Auftritt über 60 Meter Hürden (8,68 sec.). Für Moritz Mainka (Wiesbadener LV) war das Hürden-Finale Pflicht. Das klappte nach 8,04 Sekunden (VL) auch problemlos. Der Endlauf war dann eine ziemlich enge Angelegenheit, trennten hier doch lediglich 0,04 Sekunden die Athleten auf den Plätzen zwei bis fünf. Mainka war am Ende über seine 7,99 Sekunden als Fünfter enttäuscht, hatte er bei den „Hessischen“ doch schon 7,93 Sekunden abgeliefert. In den Endlauf wollte auch Aaron Giurgian laufen. Der U18er vom ASC Darmstadt (bisher 8,04 sec.) schied nach 8,15 Sekunden jedoch vorzeitig aus. Nicht weiter kam auch Mittelstreckler Okai Charles (Königsteiner LV). Der U18er entscheid sich für die 400 Meter, blieb am Start ein wenig „sitzen“. Nach 50,34 Sekunden fehlten am Ende 0,23 Sekunden fürs B-Fnale. Über 800 Meter kam Robin Pfahls (TV Gelnhausen) in den Endlauf und bestätigte hier als Siebter in 1:57,56 Minuten seine Zeit aus der ersten Runde (1:57,30 min.). Ebenfalls einen siebten Platz erlief sich in einem von Taktik geprägten 1500-Meter-Rennen Christoph Schrick (ASC Darmstadt) in 4:11,66 Minuten. Bastian Mrochen (LG Reinhardswald)konnte über 3000 Meter nach 8:46,43 Minuten als Sechster wieder durchschnaufen.

Beim Stabhochsprung gefiel Max Lehl (TSG Wehrheim). Der süddeutsche Meister von Sindelfingen legte nochmals neun Zentimeter drauf und überquerte erstmals die Fünf-Meter-Marke. Diese tolle Steigerung reichte trotzdem „nur“ zum undankbaren vierten Platz. Nicht in den Wettkampf fand dagegen Janis Hamel (LG Eintracht Frankfurt), der mit einer Weite von 17,35 Metern angereist war und beim Kugelstoßen nach drei ungültigen Versuchen ausschied. Jonathan Pflüger (LAV Kassel) steigerte im Diskuswerfen gegenüber der Winterwurf-HM als Neunter auf 48,89 Meter.

Ein Überraschungscoup war der Auftritt von Robin Rieß (LG Eintracht Frankfurt) im Speerwerfen. (Mit)Favorit Eric Frank (1. LAV Rostock) lag bis zum fünften Durchgang mit 61,71 Metern in Führung. Dann flog der Speer des Eintrachtlers auf starke 64,73 Meter. Das bedeutete die Führung für den Schützling von Coach Steffen Reumann. Daran änderte sich auch im letzten Versuch nichts mehr - was den doch etwas überraschenden DM-Titels für Rieß bedeutete. Im Hammerwerfen trat Maximilian Gogola (ebenfalls Eintracht) mit 56,55 Metern als Fünfter die Heimreise an. Bei den jüngeren U18ern überragte im Kai Hurych. Der Bundeskaderathlet zeigte gleich mit seinem ersten Wurf auf 71,08 Meter, dass er der dominierende Athlet im Feld ist. Der Südhesse steigerte sich dann noch auf 71,98 Meter und hatte damit unglaubliche 13,44 Meter Vorsprung auf Gerrit Vißer (LAZ Rhede). Auch alle weiteren Versuche von Hurych hätten locker zum DM-Titel gereicht. Mit Tim Steinfurth (LG Eppstein-Kelkheim/5. mit 56,36 m) und Marvin Baumann (LG Odenwald/7. mit 53,54 m) waren hier noch zwei weitere Hessen im Hammerwurf-Finale. Im Diskuswerfen fand sich Marius Karges (LG Eintracht Frankfurt) mit 55,03 Metern auf dem undankbaren vierten Platz wieder.