Goldener Samstag für den hessischen Nachwuchs am zweiten Tag der Jugend-DM in Rostock - Titel für Okai Charles (400 m), Christoph Schrick Schrick (1500 m), Vivian Groppe (200 m) und Sarah Vogel (Stab)
  01.08.2021 •     Leistungssport , Wettkampfsport


Das konnte sich sehen lassen. Mit insgesamt acht Medaillen gab es am Samstag reichlich Edelmetall. Während einige Plaketten fest „eingeplant“ waren, gab es auf der anderen Seite einige Überraschungen und ein paar lange Gesichter.

MU20, 100 Meter (VL): In den fünf Vorläufen schnürten nur zwei Hessen ihre Spikes. Linus Krüger (SV Fun-Ball Dortelweil) sowie Dag Driller (LG Rüselsheim) hatten nach 11,03 und 11,24 Sekunden jedoch keine Chance, in die Zwischenläufe einzuziehen. Der Sprinter aus der Wetterau blieb nur 0,08 Sekunden über seiner Meldezeit.

MU20, 400 Meter (Finale):   Vor den „Deutschen“ hatte Okai Charles (Königsteiner LV) mit seinen 487,64 Sekunden von der Junioren-Gala in Mannheim nur Max Tank (LC Rehlingen) vor sich. Das sollte sich nach dem Finale ändern. Okai, der sonst manchmal gerne recht flott angeht, überpacete diesmal nicht und teilte sich die Stadionrunde gut ein und machte in der Endphase des Rennen den DM-Titel klar. Mit der neuen Bestzeit von 47,30 Sekunden löste der KLVler dann auch Max Tank von der Spitze der deutschen Bestenliste (bisher 47,33 sec.) ab. Der Viertelmeiler aus dem Saarland kam auf 47,51 Sekunden. „Ich wusste, dass auf der Gegengeraden Gegenwind herrscht, deswegen habe ich mich dort etwas zurückgehalten. Auf den letzten 200 Metern musste ich einfach beißen“, so Charles in seiner Rennanalyse.

MU20, 800 Meter (VL): Die Vorgabe auf der klassischen Mittelstrecke war klar. Mit einer Platzierung unter den Top-Zwei in seinem Lauf, konnte man mit dem Finale planen. Im ersten von drei Rennen lief Philipp Nitsch (LG VfL/SSG Bensheim) das Rennen mutig an und führte sogar auf der ersten Runde. Auf der Gegengeraden erhöhten die Konkurrenten dann das Tempo und zogen an Nitsch vorbei. Der Südhessen schied mit 1:59,40 Minuten aus und hatte auch keine Chance, einen der beiden Final-Plätze über die Zeitregel zu ergattern. Kontrolliert agierten Pierre Börkey (TV Waldstraße Wiesbaden/1:57,48 min.) und Robin Pfahls (TV Gelnhausen/1:57,56 min.) im zweiten Vorauf. Der Lohn waren die beiden ersten Plätze und damit die Final-Teilnahme.   

MU20, 1500 Meter (Finale): Mangels Masse gab es hier keine Vorläufe. Das nur siebenköpfige Feld ging also frisch und ohne „dicke Beine“ in die Entscheidung. Christoph Schrick, mit einer Vorleistung 3;46,62 Minuten der Führende in der Meldestatistik, wurde seiner Favoritenrolle vollauf gerecht. Der Mann vom ASC Darmstadt machte es aber sehr spannend. Schon früh war jedoch klar, dass hier auf „Platz“ gelaufen wird. Schrick setzte sich dann in der letzten Kurve an die Spitze des Feldes. Auf der Zielgeraden wurde der ASCler dann aber überspurtet, konnte aber auf den letzten Metern kontern und sich mit 4:03,77 Minuten knapp gegen Moritz Ebbeskotte (LG farbtext Nordschwarzwald/4:04,14 min.) durchsetzen.

MU20, 400 Meter Hürden (VL): Kein Problem mit dem Weiterkommen hatte hier Colin Ansorge (SSC Bad Sooden-Allendorf), der die Langhürden in seinem Lauf als Zweiter nach 55,75 Sekunden hinter sich gebracht hatte.

MU20, Diskus: Die Pflicht-Aufgabe „Endkampf“ hat Marius Karges erfüllt, bei der Kür klappte es dann nicht ganz so gut. Der Eintrachtler blieb mit 56,13 Metern als Sechster doch etwas unter seinen Möglichkeiten, kratzte er diese Saison doch schon an den 59 Metern.

WU20, 100 Meter (VL & Finale): Eigentlich war der Titel über 100 Meter für Antonia Dellert (Sprintteam Wetzlar) eingeplant, war sie mit ihren 11,58 Sekunden von Tallinn doch die Favoritin. Nach dem Vorlaufsieg in 11,79 Sekunden war auch alles noch im grünen Bereich. Das sah im Zwischenlauf dann ganz anders aus. Nach einem Fehlstart war die Titeljagd für Antonia leider beendet. Charlize Boykin (Eintracht Frankfurt) flitze nach 11,97 bzw. 12,04 Sekunden (VL bzw. ZL) ins Finale und wurde hier bei einem strammen Gegenwind ( - 3,0 m/sec.) in 12,07 Sekunden Sechste.

WU20, 800 Meter (VL): Kontrolliert lief Sophia Volkmer (TV Wetzlar)  in 2:16,21 Minuten zum Sieg und machte damit das Finale klar.

WU20, 400 Meter Hürden: Das hessische Quartett reduzierte sich nach der ersten Runde auf eine Athletin. Mit Antonia Unger (TV Wetzlar/61,13 min.) kam nur eine Athletin weiter. Für Maren Eberhard (63,51sec.), Anna-Lena Peine (beide Eintracht Frankfurt/64,17 sec.) und Marina Zachartschuk (Hünfeld SV/66,14 sec.) ging es nicht weiter.

WU20, Stabhochsprung (Finale): Lediglich sechs Athletinnen kämpften um den DM-Titel. Erwartungsgemäß setzte sich hier die Europa-Meisterin Sarah Vogel (LG Seligenstadt) mit überquerten 4,15 Metern durch. Einmal war kurzes Zittern angesagt, gegangen die 4,02 Meter doch ersten im dritten Versuch.

WU20, Diskus (Finale): Keinen guten Tag erwischte Katja Seng (LAZ Bruchköbel), die mit drei ungültigen Versuchen ausschied. Schade, stehen für die erfahrene Technikerin doch in dieser Saison 48,12 Meter zu Buche. Fürs Finale hätten in Rostock 43,47 Meter gereicht.

MU18, 200 Meter (VL & Finale): Zwei Jungs vertraten die hessischen Farben im Finale. Aaron Amenta (TV Groß-Gerau) beendete die 200 Meter als Sechster (22,28 sec.), einen Platzdahinter lief Finn Kohlenbach (Königsteiner LV/22,33 sec.) über die Ziellinie. In den Vorläufen waren noch Julian Rubel (KLV/22,38 sec.) und Elias Maurer (TSV Amicitia Viernheim/22,91 sec.) mit dabei.

MU18, 400 Meter (Finale): Finn Kohlenbach ärgerte sich ein wenig über seinen vierten Platz. Der Läufer vom KLV startete auf der Außenbahn, konnte also keinen seiner Gegner sehen. Nach 49,96 Sekunden fehlten dem Vierten in einem „windigen“ Finale lediglich 0,22 Sekunden zu Bronze. Sven Müller (MTV Kronberg) wolle endlich die 50 Sekunden knacken, was mit 50,75 Sekunden (8.) aber nicht gelang.

MU18, 800 Meter (VL): Jan Dillemuth (TV Assenheim) und Tom Stöber (TV Wetzler) waren im zweiten Vorlauf jederzeit auf der Höhe des Geschehens und hatten mit 2:04,48 (2.) sowie 2:04,60 Minuten (3.) keinen Probleme, das Finale zu erreichen.

MU18, 400 Meter Hürden (VL): Gold-Favorit Lasse Schmitt (Königsteiner LV) musste nicht alles geben, um seinen Vorlauf in 54,82 Sekunden zugewinnen. Die vier anderen Hessen schieden leider aus. Kjell Wörner (TV Wetzlar) fehlen nach 56,69 Sekunden lediglich 0,06 Sekunden für Finale. Dahinter sortierten sich Patrick Lorenz (LG Odenwald/57,38 sec.), Maurice Andrew (TV Groß-Gerau/58,46 sec.) sowie Jakob Busch (Eintracht Frankfurt/58,91 sec.) ein.

MU18, Hochsprung (Finale): Dünn besetzt war mit lediglich vier Teilnehmern der Hochsprung. Maximilian Grün (ASC Darmstadt) packte lediglich seine Einstiegshöhe von 1,94 Metern. Das reichte aber aus, um „Bronze“ zu holen. Den dritten Platz teilte sich der Südhesse, er sprang in dieser Saison bereits 2,06 Meter, mit Louis Robertz (LG Olympia Dortmund/ebenfalls 1,94 m).

MU18, Weitsprung (VK & Finale): Prima gemacht. Gleich im ersten Versuch zeigte Julian Holuschek gute 6,91 Meter und hatte damit das Finale sicher. Der Eintrachtler zeigte noch drei weitere Sprünge im Bereich von 6,80 Meter und wurde am Ende Siebter. Feliks Merkel (Wiesbadener LV/11.) blieb mit 6,79 Metern im Bereich seiner Meldeleistung. Gar nicht in den Wettkampf rein fand Marc Mercier (ASC Darmstadt), der mit nur 6,10 Metern (14.) klar unter seinen Möglichkeiten blieb.

MU18, Stabhochsprung (Finale):  Mit vier Sprüngen zu DM-Bronze. Das packte Benedikt Haug (ASC Darmstadt), der am Ende 4,30 Meter meisterte. Diese Höhe hat auch Markus Wagenleitner (Königsteiner LV) schon mehrfach gesprungen. Für den Zehnkämpfer war diesmal aber bei 4,15 Meter (5.) Endstation. Ein „4,30 Springer“ ist auch Nick Lehl (TSG Wehrheim), der sich aber beim Aufwärmen verletzte und sein Können gar nicht abrufen konnte.

MU18, Kugelstoßen (Finale): Einen tollen Wettkampf zeigte Tim Steinfurth (LG Eppstein-Kelkheim), der im letzten Durchgang mit einer Steigerung auf starke 16,92 Meter einen neuen „Haurekord“ zeigte und dafür mit DM-Silber belohnt wurde. Zuvor hatte der Youngster aus dem Maintaunus-Kreis 15,86 Meter gezeigt, was Rang sieben bedeutet hätte. Michael Neuenroth (Eintracht Frankfurt) blieb als Siebter mit 15,49 Meter etwas unter seinen Möglichkeiten. Andre Luis (MT Melsungen), der mit 17,09 Metern angereist war, fand gar nicht in die Spur und schied mit schwachen 14,86 Metern (11.) im Vorkampf aus.

MU18, Diskus (Finale): Etwas besser lief es für Andre am Vormittag im Diskusring. Eine Weite von 50,58 Metern mit der 1,5 Kilogramm schweren Metallscheibe brachte den sechsten Platz. Benedikt Michel (LGOVAG Friedberg-Fauernach) fand  nicht so recht den richtigen Dreh und kam auf nur 45,92 Meter (9.).

WU18, 200 Meter (VL & Finale): Das Wetter war nach 19 Uhr für Sprints nicht optimal. Relativ frisch, leicht windig und ein wenig genieselt hatte es kurz zuvor auch. Das konnte Vivian Groppe (MT Melsungen) aber nicht ausbremsen, die mit viel Druck durch die Startkurve stürmte und als Führende auf die Zielgerade. Angeschoben von einem zulässigen Rückenwind (+ 1,6 m/sec.) verteidigte Vivian ihre Führung bis ins Ziel und holte sich in der neuen Bestzeit von 24,12 Sekunden den DM-Titel. Etwas überraschend blieb für die Favoritin Holy Okuku (GSV Eintracht Baunatal/schon 23,91 sec.) mit 24,40 Sekunden „nur“ der zweite Platz. Melina Höfer (TV Gelnhausen) lief im Vorlauf 25,96 Sekunden, Nele Kühn (Eintracht Frankfurt) wurde disqualifiziert (Regel 163.3a).

WU18, 1500 Meter (Finale): Sarah Köcher (LG Odenwald) lief hier in einer erweiterten Spitzengruppe mutig mit. Gegen Ende musste die Südhessin ein wenig abreißen lassen, erkämpfte sich mit guten 4:38,94 Minuten aber noch den siebten Platz.

100 Meter Hürden (VL): Eigentlich war Mia Hasselhorst (Königsteiner LV) mit einer Vorleistung von 13,90 Sekunden eine klare Kandidatin fürs Finale, doch ein Fehlstart machte ihr einen Strich durch die Rechnung.  Für Isabel Jahn (LG Fulda/14,40 sec.) und Amelie Wachsmuth (SSC Bad Sooden-Allendorf/15,36 sec.) ging es bei der DM eher ums Dabeisein.

400 Meter Hürden (VL): Das war knapp. Fast wäre Emma Hofmann (LG Wettenberg) ins DM-Finale auf der Langhürden-Distanz gekommen. Mit 65,64 Sekunden fehlten ihr nur 0,16 Sekunden.

Weitsprung (VK): Auch bei Josephine Otto war es eine knappe Angelegenheit. Die Weitenjägerin in den Farben des LAV Kassel fand sich nach drei Sprüngen mit 5,75 Metern auf dem neunten Platz wieder. Sechs Zentimeter mehr, und es hätte mit dem Finale geklappt.

Diskus (VK & Finale): Alles richtig gemacht. Milina Wepiwe (TSG Wehrheim) hatte eine absolut gelungen DM-Premiere. Nach drei Würfen lag sie mit 43,69 Metern noch auf dem Bronzerang und kam damit bis auf wenige Zentimeter an ihren Haurekord ran. Im vierten Durchgang wurde die Hessin dann durch Lea Raschick (LC Cottbus/44,14 m) noch aus den Medaillen-Rängen verdrängt. Lena Weinrauch, mit einer Vorleistung von 48,98 Metern eine klare Kandidatin fürs Treppchen, erwischte einen rabenschwarzen Tag und konnte mit schwachen 35,93 Metern (13.) gar nicht in die Entscheidung eingreifen.